Felsengänge Nürnberg

In den historischen Felsengängen der Nürnberger Altstadt

In der Nürnberger Unterwelt

Den Tipp, mal eine Tour durch die Nürnberger Bierkeller zu machen, bekam ich von einem langjährigen Freund. Und als alter „Nürnberger“ und geschichtsinteressierter Outdoorfan, war ich eine Woche später bei so einer Kellerbegehung mit dabei.

Hinein in die Nürnberger Unterwelt

Die Tour beginnt an einem Samstag gegen 12 Uhr am Eingang eines ehemaligen Luftschutzbunkers am Albrecht-Dürer-Platz in Nürnberg. Dieser war im zweiten Weltkrieg auch Zufluchtsort für viele Nürnbergerinnen und Nürnbergern beim Bombenhagel auf die Stadt. Viele Stufen führen uns tief in die Unterwelt. Die Gänge werden schmäler und aus dem zunächst gebückt gehen, wird im Lauf der Zeit ein etwas aufrechterer Gang.

 

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Felsengänge Nürnberg – Gruseln erlaubt

Viele in Stein gehauene Keller und Stollensysteme aus dem 13. Jahrhundert empfangen mich und die restlichen Lost Places-Fans. Überall ist es feucht und es riecht modrig. Wir befinden uns fast unterhalb der Nürnberger Burg. Der Burgsandstein, aus dem die Gewölbe geschlagen wurden und die Tiefe der Keller sorgen für ein über das Jahr gleichbleibendes Klima.

Heute werden die Felsengänge Nürnberg als Lager und für die Reifung von Bierspezialitäten und spezielle Bierdestillaten genutzt. Logisch, dass sich hier das Bier bei den kühlen Bedingungen besonders gut hält. Aus 28°C überirdischen Temperaturgraden, werden schnell 12°C unterirdische Celius. Mich fröstelt es. Logisch ich habe ja auch nur Bermuda-Shorts und ein T-Shirt an.

Alleine möchte ich hier unten nicht unbedingt unterwegs sein. Kaum biegt man irgendwo ab, glaubt man hier schon einmal gelaufen zu sein. Die Unterwelt ist wirklich faszinierend. Dort zugemauerte Räume, woanders Gitterstäbe wie in einem altertümlichen Gefängnis, dann wieder Steintreppen die ins Nichts führen. Über ein Stück rote Kreide wäre ich jetzt dankbar. Ich würde überall Kreuze zur Orientierung für den Fall der Fälle machen.

Im Mittelalter trank man Bier statt bakterienverseuchtes Wasser

Was mir besonders bei der Führung im Gedächtnis hängen geblieben ist, war eine Erzählung unseres Tourguides. Dieser berichtete von einer Geschichte in der Mittelalterstadt Nürnberg. Damals, als es noch keine Kanalisation gab und viele Menschen durch das Trinken von verunreinigtem Wasser sterben mussten, war das Bier das einzige „Getränk“ was man genießen konnte.

Grund, es war abgekocht, sprich frei von Bakterien. Und das Hopfengetränk wurde damals auch schon Kindern und Säuglingen verabreicht. Ich möchte nicht wissen, wie viele Babys damals nicht durch die Bakterien, sondern durch eine Alkoholvergiftung starben…

Raus aus dem Urbex – Zurück ans Tageslicht

Die Besuchergruppe muss in dem Labyrinth aus Kellern und Gängen zusammenbleiben. Ich versuche als Letzter noch ein paar Aufnahmen zu machen, denn schon geht es wieder viele Treppenstufen bergauf. Der Ausgang ist eine Altstadthof Hausbrauerei mit angeschlossenem Whiskeylager. Jeder, der möchte, kann sich dort ein Fässchen kaufen, natürlich mit eigenem Branding und seinen eigenen Whiskey lagern.

Als Belohnung für die Teilnehmer der Tour durch den Nürnberger Untergrund gab es am Ende noch ein Gläschen süffiges Rotbier. Und das haben wir uns alle auch redlich verdient. And by the way, das „Urbexing“ = Urbex Exploration oder besser die unterirdische Stadterkundung in Nürnberg hat mir sehr gut gefallen. Wer sich auf eine mittelalterliche Entdeckertour unter Tage begeben möchte, bei dem Event liegt er genau richtig!

Ein kleines „Sorry“ gibt’s von mir für die zum Teil schlechte Bildqualität bzw. das Bildrauschen. Die Fotos wurden von mir mit dem Handy aufgenommen. An manchen Stellen war es recht dunkel. Der Blitz meines Smartphones war einfach zu schwach und konnte manche Räume nicht richtig ausleuchten.

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Felsengänge Nürnberg

Kamera

Samsung S7

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