Lofoten-Fotografie, die Lust auf mehr macht
Es gibt Fotobücher, die man einmal durchblättert und anschließend ins Regal stellt. Und es gibt Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten anfängt, über die eigene nächste Fotoreise nachzudenken. „Lofoten Photography – Under Arctic Light“ von Jens Klettenheimer gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.
Die Lofoten sind eine dieser Landschaften, bei denen man als Fotograf wahrscheinlich nicht lange überlegen muss, ob sich die Kamera im Gepäck lohnt. Schroffe Berge, kleine Fischerdörfer, weiße Strände, rote Rorbuer und dieses ganz besondere Licht des Nordens machen die Inselgruppe zu einem faszinierenden Ziel für Landschafts- und Outdoor-Fotografie. Gleichzeitig ist eine Fotoreise in diese Region nicht unbedingt etwas, das man einfach spontan angeht. Wer bestimmte Motive fotografieren möchte, sollte sich vorher mit Locations, Licht, Wetter und den Gezeiten beschäftigen.
Genau dabei setzt der Fotoguide von Jens Klettenheimer an. Ich habe mir „Lofoten Photography – Under Arctic Light“ genauer angesehen und war vor allem von der Detailtiefe überrascht. Für mich ist das Buch deshalb weniger ein klassischer Bildband als eine Mischung aus Fotobuch, Fotoguide und sehr ausführlichem fotografischem Reisetagebuch.
Die wichtigsten Buchdaten auf einen Blick
- Titel: Lofoten Photography – Under Arctic Light
- Format: Taschenbuch und e-Book
- Autor: Jens Klettenheimer
- Seitenzahl: 364 Seiten
- Sprache: Englisch
- Erscheinungstermin: 31. Mai 2026
- Abmessungen: 20,96 × 2,18 × 15,24 cm
- ISBN-10: 3982877903
Mehr als ein klassisches Lofoten-Fotobuch
Natürlich sind es zunächst die Fotos, die beim Durchblättern ins Auge fallen. Und das ist bei einem Buch über die Lofoten-Fotografie auch gut so. Die Aufnahmen zeigen die Landschaften der Lofoten und von Senja aus unterschiedlichen Perspektiven und machen schnell Lust darauf, selbst einmal mit der Kamera in den Norden Norwegens zu reisen.
Genau das erwarte ich von einem guten Fotobuch. Es sollte nicht nur schöne Bilder zeigen, sondern im besten Fall auch die eigene Fantasie anregen. Man sieht eine Aufnahme und fragt sich automatisch, wie man selbst an dieser Stelle fotografieren würde, welche Brennweite man wählen könnte oder wie sich das Motiv bei einem anderen Wetter präsentieren würde.
„Lofoten Photography – Under Arctic Light“ belässt es aber nicht bei dieser Inspiration. Jens Klettenheimer beschreibt die einzelnen Locations sehr ausführlich und ergänzt die Fotografien mit zahlreichen Informationen, die auch bei der Vorbereitung einer eigenen Fotoreise hilfreich sind. Das macht das Buch für mich so interessant, denn man kann es sowohl zum Anschauen als auch zur konkreten Reiseplanung verwenden.

Lofoten-Fotospots bis ins kleinste Detail beschrieben
Einer der Punkte, die mir an dem Buch besonders gut gefallen, sind die ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Fotospots. Jens Klettenheimer nennt nicht einfach nur einen Ort und zeigt dazu ein Foto, sondern beschreibt die Locations sehr detailliert. Dazu gehören genaue Ortsangaben, Informationen zur jeweiligen Situation und natürlich auch die Bedingungen, unter denen die Aufnahmen entstanden sind.
Gerade bei einer Fotoreise macht das einen großen Unterschied. Es ist eine Sache zu wissen, dass es irgendwo einen interessanten Fotospot gibt. Etwas anderes ist es, wenn man bereits vor der Reise nachvollziehen kann, wo genau die Aufnahme entstanden ist und worauf man vor Ort achten sollte.
Auch die Wetterverhältnisse werden bei den einzelnen Aufnahmen berücksichtigt. Das finde ich besonders interessant, denn gerade in der Landschaftsfotografie kann sich ein Motiv durch das Wetter komplett verändern. Nebel, Wolken, Regen oder dramatisches Licht sind schließlich nicht automatisch schlechte Bedingungen,manchmal sind sie genau das, was einem Foto die besondere Stimmung gibt.
Licht, Wetter und Gezeiten
Landschaftsfotografie lebt vom Licht. Auf den Lofoten bekommt dieser Punkt durch die Lage im Norden noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Je nach Jahreszeit verändern sich die Lichtverhältnisse erheblich und damit natürlich auch die Möglichkeiten, einen bestimmten Ort zu fotografieren.
Auch hier liefert das Buch viele Informationen. Neben den Locations beschreibt Jens Klettenheimer die Wetterbedingungen, unter denen seine Aufnahmen entstanden sind. Dadurch bekommt man nicht nur eine Vorstellung davon, wo fotografiert wurde, sondern auch eine Ahnung davon, warum das Bild gerade unter diesen Bedingungen funktioniert.
Besonders hilfreich finde ich die Angaben zur goldenen und blauen Stunde. Wer Landschaften fotografiert, weiß schließlich, dass die interessantesten Lichtstimmungen nicht unbedingt genau mit Sonnenauf- oder Sonnenuntergang zusammenfallen. Für die Planung einer Fotoreise sind solche Informationen deshalb wesentlich interessanter als eine reine Angabe der Sonnenaufgangszeit.
Auch die Kameraeinstellungen fehlen nicht
Ein weiterer Punkt, der mir positiv aufgefallen ist, sind die Kameraeinstellungen zu den Aufnahmen. Auch wenn man solche Angaben natürlich nicht einfach eins zu eins übernehmen kann, finde ich es interessant zu sehen, wie Jens Klettenheimer eine bestimmte Situation fotografisch umgesetzt hat.
Licht, Wetter, Jahreszeit, Brennweite und natürlich auch der eigene Standpunkt vor Ort sind schließlich nie identisch. Trotzdem können die Angaben gerade für Hobbyfotografen eine gute Orientierung sein. Man bekommt nicht nur das fertige Bild zu sehen, sondern kann sich gleichzeitig damit beschäftigen, wie es technisch entstanden ist.
Für mich ist das eine sinnvolle Ergänzung. Ich finde es bei Fotobüchern immer interessanter, wenn man ein wenig hinter die Aufnahme schauen kann und nicht nur das fertige Ergebnis präsentiert bekommt.
Genaue Ortsangaben und GPS-Daten
Wenn es um die Planung einer Fotoreise geht, sind natürlich auch genaue Ortsangaben wichtig. Bei den beschriebenen Locations gibt es deshalb Informationen zu Latitude und Longitude, sodass sich die jeweiligen Fotospots wesentlich genauer nachvollziehen lassen.
Gerade wenn man eine eigene Route plant und mehrere Locations miteinander verbinden möchte, sind solche Angaben praktisch. Ein Ortsname allein hilft schließlich nicht unbedingt weiter, wenn man später tatsächlich vor Ort steht und den richtigen Standpunkt für das Motiv sucht.
Zusammen mit den ausführlichen Beschreibungen entsteht dadurch ein ziemlich genaues Bild der jeweiligen Location. Genau diese Kombination aus Fotografie, Ortskenntnis und praktischen Informationen macht das Buch für mich zu einem echten Fotoguide für die Lofoten und nicht nur zu einem schönen Bildband.

QR-Codes mit zusätzlichen Informationen
Eine Besonderheit des Buches sind die zusätzlichen QR-Codes. Sie verbinden die Informationen aus dem gedruckten Buch mit einem digitalen Web-Begleiter und liefern weitere Angaben zu den jeweiligen Locations.
Dazu gehören unter anderem Informationen zur goldenen und blauen Stunde, Latitude und Longitude, wichtige Notizen sowie Angaben zu Ebbe und Flut. Besonders interessant finde ich die Möglichkeit, die entsprechenden Informationen auch für ein individuelles Wunschdatum abzurufen.
Das ist gerade bei einer geplanten Fotoreise sinnvoll. Wenn ich schon weiß, wann ich an einer bestimmten Location sein möchte, interessieren mich schließlich nicht nur allgemeine Angaben. Viel wichtiger ist, wie die Bedingungen an meinem eigenen Reisetag aussehen.
Damit sind die QR-Codes für mich tatsächlich mehr als eine technische Spielerei. Sie ergänzen das Buch dort, wo digitale Informationen ihre Vorteile gegenüber gedruckten Seiten ausspielen können.
Ein Fotobuch, das bei der Reiseplanung hilft
Und genau hier liegt für mich die eigentliche Stärke des Buches. Natürlich kann man „Lofoten Photography – Under Arctic Light“ einfach aufschlagen und sich die Bilder anschauen. Dafür ist es schließlich auch gemacht.
Man kann es aber genauso gut bei der Planung einer eigenen Fotoreise verwenden. Welche Locations möchte ich besuchen? Welche Fotospots lassen sich miteinander verbinden? Wann ist das Licht interessant? Wie sieht es mit Ebbe und Flut aus und welche Wetterbedingungen könnten für das jeweilige Motiv spannend sein?
Auf viele dieser Fragen liefert das Buch konkrete Informationen oder zumindest gute Anhaltspunkte. Dadurch wird es für mich zu einem Buch, das man nicht nur einmal durchliest und anschließend ins Regal stellt, sondern das durchaus auch bei der Vorbereitung einer Reise auf dem Schreibtisch liegen bleiben kann.
Lofoten und Senja
Neben den Lofoten wird auch Senja berücksichtigt. Das finde ich gerade für Fotografen interessant, die eine längere Reise durch Nordnorwegen planen und nicht ausschließlich die bekannten Motive der Lofoten fotografieren möchten.
Dabei bleibt der Fokus konsequent auf der fotografischen Perspektive. Es geht nicht darum, möglichst viele Sehenswürdigkeiten einer Region aufzuzählen, sondern darum, interessante Locations aus der Sicht eines Fotografen zu betrachten.
Und genau das macht für mich den Unterschied zu einem normalen Reiseführer aus. Bei einem Fotoguide möchte ich nicht nur wissen, wo sich ein Ort befindet. Ich möchte wissen, warum er fotografisch interessant ist, unter welchen Bedingungen sich ein Besuch lohnt und was ich bei der eigenen Aufnahme beachten sollte.

Was mir besonders gut am Fotobuch gefällt
Was mich an „Lofoten Photography – Under Arctic Light“ letztendlich am meisten überzeugt, ist die Kombination aus Fotos und Informationen. Die Bilder machen Lust auf die Lofoten, die Locationbeschreibungen liefern den notwendigen Hintergrund und die GPS-Daten helfen dabei, die jeweiligen Fotospots tatsächlich wiederzufinden.
Dazu kommen Informationen zu Licht, Wetter und Gezeiten sowie die Kameraeinstellungen zu den gezeigten Aufnahmen. Die QR-Codes ergänzen das Ganze um weitere digitale Informationen und machen den Guide dadurch noch interessanter für die konkrete Reiseplanung.
Für mich wirkt das nicht wie eine Sammlung möglichst vieler Zusatzinformationen, sondern wie ein ziemlich konsequent durchdachtes Konzept. Die einzelnen Bestandteile ergänzen sich und machen aus dem Buch etwas, das deutlich über einen klassischen Bildband hinausgeht.
Was mir weniger gut gefällt
Natürlich gibt es auch Punkte, die mir persönlich weniger gut gefallen. Der erste ist die englische Sprache. Eine deutschsprachige Ausgabe wäre für mich angenehmer zu lesen gewesen, gerade weil die Beschreibungen der Locations und die zusätzlichen Informationen teilweise sehr ausführlich sind.
Allerdings ist die Entscheidung für Englisch durchaus nachvollziehbar. Die Lofoten sind längst ein internationales Reiseziel und mit einem englischsprachigen Buch lässt sich natürlich ein wesentlich größerer Leserkreis erreichen. Für mich persönlich bleibt die Sprache trotzdem ein kleiner Minuspunkt.
Der zweite Punkt betrifft das Format. Das Buch liegt zwar gut in der Hand und lässt sich dadurch auch angenehm mitnehmen. Persönlich hätte ich mir trotzdem ein etwas größeres Format gewünscht, vielleicht etwa 10 bis 20 Prozent mehr.
Gerade bei einem Fotobuch spielt die Größe für mich eine größere Rolle als bei einem normalen Reiseführer. Viele der Landschaftsaufnahmen leben von ihrer Weite und räumlichen Wirkung. Ein etwas größeres Format hätte den Bildern meiner Meinung nach noch einmal mehr Wirkung gegeben. Das ist allerdings eher eine persönliche Vorliebe als ein wirklicher Kritikpunkt an der Qualität des Buches.

Für wen lohnt sich „Lofoten Photography – Under Arctic Light“?
Meiner Meinung nach richtet sich das Buch vor allem an Fotografen, die eine Fotoreise auf die Lofoten oder nach Senja planen oder sich intensiver mit der Landschaftsfotografie in dieser Region beschäftigen möchten.
Natürlich können auch professionelle Fotografen aus den umfangreichen Informationen einiges mitnehmen. Besonders interessant finde ich den Guide aber für ambitionierte Hobbyfotografen, die nicht nur schöne Landschaftsaufnahmen anschauen möchten, sondern auch wissen wollen, wie solche Bilder entstanden sind und wie sich eine eigene Reise fotografisch planen lässt.
Dabei muss eine Reise noch nicht einmal konkret feststehen. Schon beim Durchblättern bekommt man zahlreiche Ideen für mögliche Locations und Motive. Und wer irgendwann tatsächlich auf die Lofoten fährt, hat mit dem Buch bereits eine ziemlich umfangreiche Sammlung an Informationen zur Hand.
Wer sich näher für das Fotobuch interessiert, hier auf der Website des Fotografen Jens Klettenheimer findet ihr mehr Informationen darüber.
Mein Fazit
„Lofoten Photography – Under Arctic Light“ hat mich vor allem deshalb überzeugt, weil das Buch deutlich mehr bietet, als ich zunächst von einem Fotobuch erwartet habe. Die Fotos zeigen eindrucksvoll, warum die Lofoten und Senja für Landschafts- und Outdoor-Fotografen so faszinierend sind und machen Lust darauf, diese Landschaft selbst einmal mit der Kamera zu erleben.
Die eigentliche Stärke liegt für mich in der Detailtiefe. Jens Klettenheimer beschreibt die Locations sehr ausführlich und ergänzt sie um Informationen zu Wetter, Licht, Gezeiten, GPS-Daten und Kameraeinstellungen. Dazu kommen die QR-Codes mit weiteren Informationen, unter anderem zur goldenen und blauen Stunde sowie zu den Bedingungen für ein individuelles Wunschdatum.
Die englische Sprache hätte ich persönlich lieber durch eine deutsche Ausgabe ersetzt und auch beim Format hätte ich mir etwas mehr Größe gewünscht. Beides ändert aber wenig an meinem positiven Gesamteindruck.
Für mich gehört „Lofoten Photography – Under Arctic Light“ zu den umfassendsten fotografischen Reisebegleitern rund um die Lofoten. Es ist ein Buch zum Anschauen, zur Inspiration und vor allem ein praktischer Begleiter für die Planung einer eigenen Fotoreise.
Wer die Lofoten nicht nur bereisen, sondern dort gezielt fotografieren möchte, findet hier eine Fülle an Informationen, die weit über einen klassischen Bildband hinausgehen.
Hinweis: Dies ist meine persönliche Einschätzung des Buches. Der Artikel ist kein Advertorial und gibt meine eigene Meinung und Erfahrung mit dem Buch wieder.
Image Credit / Bildquelle: sixtyeightpixels.com, schieflicht.de – Jens Klettenheimer, google.com