Luftbild Ballonfahrt Steigerwald

Ballonfahrt über den südlichen Steigerwald

Eine Ballonfahrt die ist lustig, eine Ballonfahrt die ist...

Ich muss gestehen, ich habe Flugangst…

Das Problem nur, ich habe das bis zu diesem Tage niemanden aus meiner Familie wissen lassen. Anscheinend habe ich mein „kleines“ Problem bislang immer recht gut überspielt. Dieses Unwissen machten sich daher auch viele zunutze und überraschten mich im Oktober letzten Jahres mit einem Geschenk, welches so sicherlich nicht on top auf meiner Wunschliste stehen würde.

Geschenkt bekam ich nämlich eine Ballonfahrt über den südlichen Steigerwald in Neustadt an der Aisch. Meine Freude konnte ich kaum zurückhalten. Also dachte ich mir „Los, sei ein Mann! Probleme sind dazu da, um gelöst zu werden! Außerdem kannst du deine Cam mitnehmen und ein paar Fotos aus der Vogelperspektive schießen.“

Eine Ballonfahrt die ist lustig, eine Ballonfahrt die ist schön

Gesagt getan, den Veranstalter angerufen, Termin vereinbart und…. Der Tag rückte immer näher. Los ging es an einem Samstag Morgen um 6.00 Uhr. Die Wettervorhersage für die anstehende Ballonfahrt Steigerwald, versprach ein perfekter Oktobertag zu werden. Sonnige Weitsicht, bei 5-7° C Außentemperatur.

Gestartet wurde direkt bei uns am heimischen Flugplatz in Neustadt a.d. Aisch. Das riesige Teil aus Ballontuch wurde aus dem Anhänger geholt, das Gebläse gestartet und der Gasbrenner angeworfen. Da die beiden Gasflaschen nur ein begrenztes Fassungsvermögen haben, kalkuliert der Pilot mit einen Flug von etwa zwei Stunden Dauer.

Heißluftballonfahren oder -fliegen?

Warum heißt Ballonfahren „fahren“ und nicht „fliegen“? Da die Heißluftballone leichter als Luft sind, fahren sie im allgemeinen Sprachgebrauch. Flugzeuge hingegen sind schwer als Luft, sie fliegen also. Angeblich stammt das „fahren“ auch aus dem historischen Vokabular der ersten Ballonfahrer, die sich an den Seefahrern und ihren Gebräuchen orientiert haben. Wie immer hat hier Wikipedia eine passende Erklärung.

Die Teilnehmer, also auch ich, durften mit anpacken und innerhalb von 15 min war der Ballon startbereit. Wir bestiegen den Korb, bekamen eine kurze Einweisung und keine zehn Atemzüge danach erhoben wir uns schon in die Luft. Warm eingepackt und mit leicht zittrigen Knien, schwebten wir binnen weniger Minuten auf einer Höhe von 200 Metern. Um uns wurde es mucksmäuschenstill, kein Geräusch war zu hören.

Der leichte Wind treibt uns in nordwestliche Richtung, entlang des Südwestabfalls des Steigerwaldes.

Ballonfahrt Steigerwald – Bilder aus der Vogelperspektive

Im Korb bin ich mit vier weiteren Flugpassagieren auf recht engem Raum untergebracht. Unser Pilot hat sein Equipment und die Leine zum Gasbrenner fest im Griff. Ein paar Flammenstöße später, zeigt der Höhenmesser schon 700 m Marke an. Einfach nur atemberaubend, was ich zu sehen bekomme. Die Sonne geht jetzt im Südosten auf, in der Ferne ist es leicht dunstig. Wow, ist das schön! Meine Flugangst ist wie weggeblasen. Wir gleiten, Verzeihung, wir fahren dahin, nur angetrieben durch eine leichte Brise.

Im Korb die Aussicht genießend, schieße ich einige Aufnahmen. Ich muss auf dem engen Platz einige Verrenkungen auf mich nehmen, um einen sicheren und ruhigen Stand zu finden.

Ein leichtes Lüftchen bläst uns in Richtung Nordwesten. Immer der B8 entlang. Unter uns ist alles auf ein Miniaturformat geschrumpft. Kleine Autos, kleine Bauernhöfe und kleine Maisfelder. In der Ferne bellt ein Hund. Ich genieße die Ruhe! Das ist die pure Entschleunigung. Ohne Stress und Hektik einfach dahingleiten. Nur der Wind gibt einem die Richtung vor. Das ist irgendwie wie segeln, bloß anders.

Wir fliegen über herzförmige Weiher hinweg und befinden uns auf gleicher Höhe (ca. 900 m) bzw. der Einflugschneise mit anfliegenden Flugzeugen in Richtung Flughafen Nürnberg. In der Ferne she ich einen ICE vorbeirauschen. Alles en minature, finde ich lustig und interessant zugleich.

Fertig machen, wir setzten zum Sinkflug an

Auf der Höhe von Oberscheinfeld, setzen wir nach 1,5 Stunden zum Sinkflug an. Die Feuerstöße des Piloten werden weniger, die Luft im Ballon wird kälter. Aktuell befinden wir uns auf 400 m Höhe. Aus klein wird wieder groß. Wir nähern uns dem Landeplatz. Mittlerweile sehen wir Details der kleinen Gemeinde Castell und der umliegenden Weinberge. Der Ort ist der Stammsitz der Fürstenfamilie Castell. Unser Pilot sucht nach einem passenden Landeplatz. Jetzt erblicke ich am Horizont auch unser Begleitfahrzeug. Es ist uns bis hierher gefolgt und will uns wieder einsammeln.

Der Ballonpilot nutzt das letzte Gas um noch einmal an Höhe zu gewinnen. Wir überfliegen ein letztes Maisfeld. Dann kommt ein geeigneter Landeplatz in Form einer großen Wiese in Sicht. 200 m, 100 m, 50 m, 20 m und dann geht alles ganz schnell…

Wie auf Samt gebettet setzen wir zur Landung an. Leicht über das Gras schleifend, hält uns das begleitende Flugpersonal, vier Mann an der Zahl, mit ihrem Gewicht am Boden fest. Es hat alles perfekt geklappt. Bis die Ballonluft kälter wird und die Hülle zu Boden sinkt, bleiben wir noch im Korb.

Nach weiteren fünf Minuten geht’s an den Ausstieg und wir helfen der Crew beim Verladen des Ballons samt Korb in den Anhänger.

Flugangst, was ist das?

Für mich war das ein echtes Outdoor-Erlebnis. Meiner Family bin ich für ihre Idee sehr dankbar. Während des Fluges habe ich mich auf die tolle Umgebung, das Schweben und auf das Schießen der Fotos konzentriert. Von Flugangst keine Spur.

Auf meiner Fototour „Ballonfahrt über den südlichen Steigerwald“ sind doch einige recht gute Motive entstanden. Ich habe soeben entschlossen so eine Ballonfahrt noch einmal zu unternehmen. Und dann packe ich die ganze Familie mit ein. Von dem Spaß sollen doch alle etwas haben!

Info
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Location

Südlicher Steigerwald

Kamera

Canon D80, Samsung S7

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